Herz-Kreislauf: Mehr Omega-3, weniger Salz, etwas Folsäure

Autor: Dr. Susanne Gallus

Welche Ernährung schützt wirklich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen? © udra11 – stock.adobe.com

Viel hilft viel, meint so mancher. Und wirft sich ein Nahrungssupplement nach dem anderen ein. Dabei ist es mit Salzverzicht, ausgewogener Ernährung und bisweilen etwas Folsäure oft schon getan.

Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten zeigten in einer Metaanalyse, dass im Vergleich verschiedener Diäten eine salzarme Ernährung am ehesten dazu beitragen kann, das Herz-Kreislauf-Risiko zu senken. Schon bei gesunden Studienteilnehmern gingen durch eine salzreduzierte Diät die Todesfälle um 10 % zurück. Bei Hypertonikern waren es sogar 33 %.

Der Beitrag, den Nahrungsergänzungsmittel zur Herzgesundheit leisten können, ist dagegen begrenzt. Einen noch einigermaßen guten Effekt erzielten Omega-3-Präparate wie etwa Fischöl-Kapseln, wenn auch mit geringer Evidenz. Die Zufuhr der ungesättigten Fettsäuren war mit einem reduzierten Risiko für Herzinfarkt und koronare Herzerkrankung verbunden (-8 % bzw. -7 %).

Ähnliches gilt für Folsäure-Präparate, allerdings nur in Regionen, in denen Folsäure nicht ausreichend über die Ernährung aufgenommen wird. Durch Ausgleich der Unterversorgung gelang in Studien eine Reduktion des Schlaganfallrisikos um 20 %. Alle anderen Versuche, das Risiko über (Multi-)Vitaminpräparate, Mineralien oder spezielle Diäten runterzubringen, böten dagegen keinerlei Vorteil für die Herzgesundheit, schreiben die Autoren.

Supplemente senken das Sterberisiko nur selten

In Studien, in denen Teilnehmer sowohl Kalzium als auch Vitamin D einnahmen, ergab sich ein leicht erhöhtes Schlaganfallrisiko. Jeweils einzeln eingenommen zeigte die Zusatzversorgung weder einen positiven noch einen negativen Effekt auf Herz und Kreislauf.

Quellen:
Khan SU et al. Ann Intern Med 2019; online first
Pressemitteilung Johns Hopkins Medicine