Rote Karte für NOAK nach embolischem Insult

Autor: Maria Weiß

Die Therapie mit dem NOAK erwies sich aber als deutlich risikoreicher. © Fotolia/Grycaj und oh_hyyo

Nach einem ersten embolischen Schlaganfall ohne erkennbare Quelle möchte man ein zweites Ereignis auf jeden Fall verhindern. Rivaroxaban macht dabei offenbar keinen besseren Job als ASS.

Embolische Schlaganfälle mit unbekannter Herkunft machen etwa 20 % aller zerebralen Insulte aus. Die Rezidivrate ist hier besonders hoch, sodass nach neuen Möglichkeiten der Sekundärprävention gesucht wird.

Bei insgesamt 7 213 solcher Patienten hat man jetzt die Therapie mit Rivaroxaban (15 mg/d) mit ASS (100 mg/d) verglichen. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von elf Monaten wurde die Studie vorzeitig abgebrochen. Der Grund: Rivaroxaban zeigte in Bezug auf die Wirksamkeit keinen Vorteil im Vergleich zu ASS – bei einem deutlich höheren Blutungsrisiko.

Die jährliche Rate an isch­ämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen sowie systemischen Embolien unterschied sich nicht zwischen den beiden Gruppen (5,1 vs. 4,8 %). Dies galt auch, wenn nur die ischämischen Hirninsulte betrachtet wurden (beide Gruppen 4,7 %). Bei den sekundären Endpunkten Herzinfarkt, Tod jeder Ursache oder kardiovaskulärer Tod zeigte sich ebenfalls kein Vorteil für Rivaroxaban.

Die Therapie mit dem NOAK erwies sich aber als deutlich risikoreicher. Bei 62 Patienten trat hier eine schwere Blutung auf, unter ASS dagegen nur bei 23 (jährliche Rate 1,8 vs. 0,7 %). Auch die symptomatischen Hirnblutungen zeigten sich unter Rivaroxaban häufiger (jährliche Rate 0,6 vs. 0,1 %).

Quelle: Hart RG et al. N Engl J Med 2018; 378: 2191-2201