Tumormarker CA19-9 fördert womöglich Pankreatitis und Krebs

Autor: Kathrin Strobel

Antikörper könnten das Krebs verursachende Glykoprotein stoppen. © iStock/Sopone Nawoot

Das Glykoprotein CA19-9 ist als Tumormarker bekannt. Es wird z.B. zur Verlaufsbeurteilung des Pankreaskarzinoms bestimmt. Nun gibt es Hinweise, dass es selbst maßgeblich an der Krankheitsentwicklung beteiligt ist.

In einer Studie mit transgenen Mäusen entwickelten die Tiere, die CA19-9 exprimierten, eine schnell fortschreitende und schwere Pankreatitis. Waren die Nager zusätzlich Träger des KRAS-Onkogens, erkrankten sie im Verlauf an einer aggressiven Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass CA19-9 in der Ätiologie von Pankreatitiden und Pankreas­karzinomen eine bedeutende Rolle spielt, folgern Professor Dr. Dannielle­ D. Engle­ vom Cold Spring Harbor Laboratory und dem Lustgarten Foundation Pancreatic Cancer Research Laboratory und ihre Kollegen.

Sollte das Glykoprotein tatsächlich mitverantwortlich für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenentzündung und -krebs sein, könnten sich hieraus neue Therapie- und Präventionsansätze ergeben, die direkt auf CA19-9 abzielen, so die Autoren. Zumindest im Mausmodell ist es den Forschern bereits gelungen, die durch das Krebsa­ntigen induzierte Pankreatitis mithilfe entsprechender Antikörper erfolgreich zu behandeln.

Quelle: Engle DD et al. Science 2019; 364: 1156-1162