Colitis ulcerosa

Definition

Die Colitis ulcerosa gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und ist durch einen entzündlichen Befall des Dickdarms bzw. des Colons gekennzeichnet. Die schubweise verlaufende Erkrankung führt zu Ulzerationen der oberen Schleimhautschichten. Am Mastdarm beginnend breitet sich die Entzündung kontinuierlich unterschiedlich weit im Dickdarm aus und kommt erst am Anfang des Dickdarms oder am Übergang von Dünndarm zu Dickdarm zum Stillstand. 

In der westlichen Welt sind ca. 160 bis 250 von 100.000 Einwohnern von dieser Erkrankung betroffen - Frauen und Männer gleichermaßen. Die Erstmanifestation liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Die Ätiologie ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Es werden eine genetische Prädispositionen, eine autoimmune Pathogenese, die Ernährung, psychosomatische Ursachen und infektiöse Prozesse diskutiert.

Symptomatik

Typische Beschwerden sind vor allem (rezidivierende) Diarrhoen, Darmblutungen und Koliken, ständiger Stuhldrang, Fieber und eine allgemeine körperliche Schwäche.

Die Schübe können leicht mit blutiger Diarrhoe erfolgen, oder auch mittelschwer bis schwer. Dann kommen zu dem blutigen Durchfall noch Fieber, Tenesemen, Tachykardie, Anämie und/oder ein schlechter Allgemeinzustand hinzu. 

Untersuchung

Nach der Anamnese, einer digital-rektale Untersuchung und einer Sonographie, wird die Colitis ulcerosa unter Zuhilfenahme einer Koloskopie mit Biopsie diagnostiziert. 

Die Koloskopie nimmt eine Schlüsselstellung beim Aufspüren der Colitis ulcerosa ein. Doch bereits vor dem Einsatz apparativer Verfahren geben...

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Labor
  • Erhöhtes CRP
  • erhöhte Blutsenkung
  • erhöhte Leukozytose 
  • Anämie
  • antineutrophile cytoplasmatische Antikörper (in 60% der Fälle)
  • pathogene Keime im Stuhl
  • fäkale Neutrophilenmarker
Differenzialdiagnostik
  • infektiöse Kolitis
  • vaskulär bedingte ischämische Kolitis
  • Morbus Crohn
  • Morbus Whipple
  • Divertikulitis
  • Kolonkarzinom
  • Reizdarmsyndrom
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit

Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen muss man jederzeit mit Infektionen durch Clostridium difficile oder dem Cytomegalie-Virus...

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Die Anämiediagnostik bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist nicht ganz einfach, sollte deshalb aber nicht unter den Tisch...

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Bei den extraintestinalen Manifestationen des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa hat man vor allem Haut, Augen und Gelenke im Blick. Weniger...

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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Die Therapie der bisher nicht heilbaren Colitis ulcerosa richtet sich nach der Ausprägung der Erkrankung. Außerdem ist für eine Behandlung wichtig, welche Darmbereiche betroffen sind und wie sehr die Krankheit die Darmschleimhaut angegriffen hat.Leichte Schübe können ambulant durch einen niedergelassenen Arzt therapiert werden, bei schweren Verläufen ist ein Krankenhausaufenthalt häufig unumgänglich.

Als effektive Medikamente stehen Aminosalizylate (5-Aminosalizylsäure, 5-ASA , Wirkstoff: Mesalazin) und Kortikoide zur Verfügung. Darüber können jetzt auch Immunsuppressiva wie z. B. Azathioprin, Methotrexat oder Cyclosporin A eingesetzt werden. 

Bei rheumatoider Arthritis und ankylosierender Spondylitis konnte ein Biosimilar von Infliximab in randomisierten Studien bereits überzeugen. Wie ein...

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Zu viel Auswahl fördert nicht gerade die Entschlossenheit. Das gilt auch für die Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen mit Biologika....

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Trotz der teils fragwürdigen Evidenz setzen viele Patienten auf Heilpflanzen als ergänzende Therapien. Heidelbeeren gelten zum Beispiel als Superwaffe...

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Wie lässt sich eine Remission bei Colitis ulcerosa am besten erreichen und möglichst lang erhalten? Und wie bekommt man komplizierte,...

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Ob Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn: Zur Remissionsinduktion greifen Ärzte zu Steroiden. Sprechen Patienten nicht wie erhofft auf die Therapie an,...

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Invasive und Interventionelle Therapie

Eine Operation kann notwendig werden, wenn die Medikamente nicht mehr helfen oder der Patienten immer wieder aus dem Darm blutet und sich diese Blutung nicht stillen lässt. Die Operation sollte dann innerhalb von 72 Stunden erfolgen.

Ein Ungleichgewicht der Darmflora fördert vermutlich eine Colitis ulcerosa. Dem könnte ein fäkaler Mikrobiomtransfer Abhilfe schaffen, so das Ergebnis...

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Die Stimulation des Nervus vagus erzielt antiinflam­matorische Effekte und könnte so eine Option für Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa...

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Trotz aller Fortschritte in der medikamentösen Behandlung ist die Proktokolektomie mit Pouch aus der Therapie der Colitis ulcerosa nicht wegzudenken....

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Leitlinien

Leitlinie "Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa" (gültig bis 30.09.2016; wird derzeit überarbeitet)

Patientenleitlinie "Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa" (gültig bis 30.09.2016; wird derzeit überarbeitet)

Leitlinie "Klinische Ernährung in der Gastroenterologie (Teil 4) – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen" (gültig bis 31.07.2019)

Kasuistik

Blutiger Durchfall, Fieber und Unwohlsein: Damit kommt die 18-Jährige in Nicaragua in die Klinik. Als neurologische Symptome auftreten, wird sie nach...

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Forschung

Kinder mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen tragen ein erhöhtes Krebsrisiko – insbesondere für gastrointestinale Malignome. Auch im späteren...

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Bei der Colitis ulcerosa wird Rezeptoren von Immunzellen eine wichtige Rolle zugeschrieben. Forscher testen derzeit einen spezifischen Agonisten.

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