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Hohes Suizidrisiko bei Parkinsonpatienten

Autor: Dr. Elke Ruchalla

In der Studie errechneten die Forscher ein mehr als verdoppeltes Selbst­tötungsrisiko bei Parkinson-Patienten. In der Studie errechneten die Forscher ein mehr als verdoppeltes Selbst­tötungsrisiko bei Parkinson-Patienten. © iStock/Astrid860
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Das Risiko für Suizid ist bei Parkinsonpatienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung verdoppelt. Das ergibt eine aktuelle Studie.

Bei Morbus Parkinson denkt man vor allem an zitternde Hände und weitere motorische Symptome. Im Hintergrund lauert­ aber noch etwas anderes. Das Team um Professor Dr. Ying-Yeh Chen von der Abteilung für Psychiatrie am Taipei City Hospital hat das Selbstmord­risiko bei Parkinsonpatienten untersucht.

Kumulative Inzidenz lag bei 66,6 pro 100 000

In seiner Studie nahm es fast 36 000 Patienten auf, die zwischen 2005 und 2014 erstmals die Diagnose „Parkinson“ erhalten hatten. Anschließend prüfte es, wie viele dieser Kranken ihr Leben selbst beendet hatten, und verglichen diese Zahl dann mit der von knapp 144 000 Kontrollen ohne die Erkrankung. Dabei ordnete es jedem Kranken vier Probanden des gleichen Geschlechts und ähnlichen Alters (im Mittel 72,5 Jahre) zu.

In der Parkinsongruppe begingen 151 Betroffene Suizid (66,6 pro 100 000), unter den „Gesunden“ waren es 300 (32,3 pro 100 000). Nachdem sie sozio­ökonomische Parameter und Begleiterkrankungen berücksichtigt hatten, errechneten die Forscher ein mehr als verdoppeltes Selbst­tötungsrisiko bei den Patienten mit der neurodegenerativen Krankheit (Hazard Ratio 2,1). Dieses Verhältnis änderte sich nur geringfügig, wenn sie es für mentale Erkrankungen korrigierten.

Quelle: Chen YY et al. JAMA Psychiatry 2020; DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2020.4001


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