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Typ-2-Diabetes: Schon mäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko von Bluthochdruck

Autor: Dr. Judith Lorenz

Besonders bei vorbelasteten Diabetes-Patienten birgt der Konsum von Alkohol große Risiken für das Herz. Besonders bei vorbelasteten Diabetes-Patienten birgt der Konsum von Alkohol große Risiken für das Herz. © yulanaom – stock.adobe.com
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Ein starker Alkoholkonsum prädisponiert für eine arterielle Hypertonie. Bei vorbelasteten Personen reichen allerdings schon deutliche geringere Trinkmengen, um den Blutdruck nach oben zu bringen.

Kardiovaskulär vorbelastete Typ-2-Diabetiker müssen schon bei mäßigem Alkoholgenuss mit einem erheblichen Blutdruckanstieg rechnen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Dr. ­Jonathan ­Mayl von der ­Wake ­Forest ­School of Medicine in Winston-Salem anhand von Daten aus der ­ACCORD-Studie. In der an 77 Zentren in den USA und Kanada durchgeführten Untersuchung wurde geprüft, ob Typ-2-Dia­betiker mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko von einer intensiven Blutzucker-, Lipid-, bzw. Blutdruckeinstellung profitieren.

Dr. Mayl und Kollegen werteten die Datensätze von 10 200 Patienten aus, die bei Studienbeginn eine Blutdruckmessung erhalten und Angaben zu ihren Trinkgewohnheiten gemacht hatten. Ein geringer Alkoholkonsum lag bei 1 bis 7 Drinks pro Woche vor, mäßiger oder starker Konsum bei 8 bis 14 bzw. bei 15 und mehr alkoholischen Getränken.

Der Analyse der Wissenschaftler zufolge prädisponierten geringe Alkoholmengen weder für einen Blutdruckanstieg (definiert als systolisch 120–129 mmHg und diastolisch < 80 mmHg) noch für eine Hypertonie jeglichen Grades (Stadium 1: systolisch 130–139 mmHg oder diastolisch 80–89 mmHg; Stadium 2: systolisch ≥ 140 mmHg oder diastolisch ≥ 90 mmHg). Bei einem moderaten Alkoholkonsum nahm dagegen das Risiko für einen erhöhten Blutdruck signifikant um 79 % zu, das für eine Hypertonie Stadium 1 um 66 % und das für eine Hypertonie Stadium 2 um 62 %. Hohe Trinkmengen brachten das Risiko für eine Hypertonie noch deutlicher nach oben (91 %, 149 % bzw. 204 %).

Von kardioprotektiver Wirkung keine Spur

Lange Zeit sei man von einer kardio­protektiven Wirkung eines mäßigen Alkoholkonsums ausgegangen, schreiben die Autoren. Für entsprechend vorbelastete Typ-2-Diabetiker treffe das jedoch nicht zu, fassen sie ihre Ergebnisse zusammen. Im Gegenteil: Bereits ab acht alkoholischen Getränken pro Woche steige das Bluthochdruckrisiko bei diesen Personen offenbar drastisch an.

Quelle: Mayl JJ et al. J Am Heart Assoc 2020; 9: e017334; DOI: 10.1161/JAHA.120.017334

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