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Nikotin fördert Bildung von Hirnmetastasen

Autor: Dr. Susanne Gallus

Egal in welcher Form: Nikotin ist nicht gut für das Gehirn. Egal in welcher Form: Nikotin ist nicht gut für das Gehirn. © red150770 – stock.adobe.com
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Nach einer Lungenkrebsdiagnose versuchen die meisten mit dem Rauchen aufzuhören. Von Nikotinersatzprodukten, die diesen Schritt zu erleichtern, sollten diese Patienten aber besser die Finger lassen.

Bis zu 36 % der Lungenkrebspatienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung Metastasen im Gehirn. Nikotin scheint dabei eine entscheidende Rolle zu spielen. Wie Wissenschaftler vom Wake Forest Baptist Medical Center in Winston-Salem an 281 Lungenkarzinom­patienten herausfanden, weisen aktive Raucher die Tochtergeschwülste nicht nur häufiger auf als nicht-rauchende Patienten. Nikotin führt auch dazu, dass Mikrogliazellen im ZNS in einen Phänotyp übergehen, der vermehrt IGF-1 und CCL20 ausschüttet – beide fördern das Tumorwachstum.

Gleichzeitig wird die für das Immunsystem so wichtige Fähigkeit der Zellen zur Phagozytose gehemmt. Trotzdem fällt es vielen schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Selbst nach einer Krebsdiagnose. Vor dem Umstieg auf Nikotin­ersatzprodukte wie E-Zigaretten, Pflaster oder Kaugummis warnen die Autoren jedoch. Jede Art des Nikotinkonsums könne die Gefahr von Hirnmetastasen erhöhen.

Eine gute Nachricht haben sie trotzdem: Wie Versuche an Mäusen zeigten, könnte der im Mutterkraut enthaltene Wirkstoff Parthenolid die Mikroglia vor den schädlichen Einflüssen schützen und die potenziell tödlichen Wucherungen verhindern.

Quellen:
1. Wu S-Y et al. J Exp Med 2020; 217: e20191131; DOI: 10.1084/jem.20191131
2. Pressemitteilung – Rockefeller University Press

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