Wie hängen Schlafapnoe und Demenz zusammen?

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp/Maria Fett

Störungen während des Schlafs, wie nächtliche Atemaussetzer, schaden dem Gedächtnis. © iStock/Wavebreakmedia

Bislang war unklar, weshalb eine Schlafapnoe mit einem höheren Demenzrisiko einhergeht. In einer Querschnittsstudie kam man nun auf erste Erkenntnisse.

Ein gestörter Schlaf ist pures Gift für das Gedächtnis. Die ob­struktive Schlafapnoe gilt als einer der Risikofaktoren für eine Alzheimer­demenz, obwohl deren pathophysiologische Mechanismen bislang unklar waren. Kollegen um den Neurologen Dr. Diego Z. ­Carvalho von der Mayo Clinic in Rochester gelang es jetzt erstmals, einen Zusammenhang zwischen den nächtlichen Atemaussetzern und einer vermehrten Tau-Protein-Ablagerung in gedächtnisrelevanten Hirnregionen nachzuweisen.

Dazu suchten sie in PET-Scans von 288 gesunden Freiwilligen im Alter 65 plus nach Tau- sowie Amyloid-Ablagerungen. Die Forscher schauten sich v.a. den für die Gedächtnisleistung wichtigen entorhinalen Kortex an, wo sich Tau bevorzugt ansammelt. Als Vergleich dienten Kleinhirnregionen.

Vielleicht fördern die Proteine umgekehrt eine Schlafapnoe

Zusätzlich sollten die Bettgenossen der Teilnehmer Angaben machen, wie oft es bei den Probanden nachts zu Atemaussetzern kam. Laut den Angaben der Partner war das bei 15 % besonders häufig der Fall. Als die Forscher die Daten mit den PET-Scans in Verbindung setzten, zeigte sich, dass diese im Vergleich zu den Probanden ohne nächtliche Apnoe im Mittel 4,9 % höhere Tau-Proteinspiegel im entorhinalen Kortex aufwiesen. Die Ergebnisse waren zuvor um Störvariablen bereinigt worden, die die Tau-Konzentration im Gehirn ebenfalls beeinflussen können. Dazu zählen etwa Alter, Geschlecht, BMI, Schulbildung, reduzierter Schlaf und Gesamt-Amyloid.

Studienleiter Dr. Carvalho kommentierte in einer Pressemitteilung, dass die Ergebnisse ein Hinweis darauf sein könnten, wie eine Schlafapnoe die Tau-Ablagerung fördert. Es sei jedoch ebenso vorstellbar, dass erhöhte Tau-Level in anderen Hirnregionen für die nächtlichen Atemaussetzer prädisponieren.

Quelle: Pressemitteilung – American Academy of Neurology (AAN)