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Coronavirus und Rheuma: Indikation für Biologika noch kritischer prüfen

Autor: Elisa Sophia Breuer

Biologika in Zeiten von „Corona“ sollten bei Rheumapatienten kritischer hinterfragt werden. Biologika in Zeiten von „Corona“ sollten bei Rheumapatienten kritischer hinterfragt werden. © iStock/sefa ozel, fpm
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In Zeiten von COVID-19 sollten Sie bei Rheumapatienten ggf. erwägen, die Therapieintervalle von Biologika zu strecken und Steroide zu reduzieren, empfiehlt ein Kollege. Denn bei Immunsupprimierten ist das Risiko für eine bakterielle Superinfektion erhöht.

Aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie betrachtet der niedergelassene Rheumatologe Professor Dr. Christian Kneitz die Biologikaindikation bei seinen Rheumapatienten noch genauer als sonst. „Bei einem halbwegs stabil eingestellten Patienten versuche ich momentan, das Therapieintervall zu dehnen“, erklärte er. Die Betroffenen müssen die Entscheidung jedoch mittragen.

Der Kollege versucht dann, Steroide so weit wie möglich zu reduzieren und die Spritzintervalle der Biologika so zu verlängern, dass die Patienten gerade noch beschwerdefrei sind. „Das ist natürlich meine reine Meinung und off-label!“, betonte der Referent. „Aber in der jetzigen Situation muss man auch mal übers Label gehen.“ Laut Prof. Kneitz besteht ein stark erhöhtes Risiko für eine bakterielle Superinfektion, wenn Rheumapatienten unter Immunsuppression an COVID-19 erkranken.

Seine Empfehlung gelte aber nur unter der Voraussetzung, dass man die Biologika nicht absetzt und stattdessen mit Steroiden nacharbeitet. Denn das sei „der größte Fehler“, den man machen könnte. Bevor man den Patienten also auf hohe Prednisolondosen umstellen muss, sollte man lieber beim Biologikum bleiben.

Quelle: 15. Rheumatologie-Update-Seminar


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