Typ-2-Diabetes

Definition

Der Typ-2-Diabetes manifestiert sich als Folge einer Insulinresistenz, die z.B. durch Adipositas und Bewegungsmangel getriggert wird. In der Folge kommt es zu einer gestörten Insulinsekretion, die dem erhöhten Hormonbedarf nicht mehr gewachsen ist. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes werden keine Autoantikörper gebildet. Zu Beginn der Erkrankung beteht ein relativer Insulinmangel, der sich durch die zunehmende Erschöpfung der Inselzellsekretion in einen absoluten Mangel verwandeln kann. Die verschiedenen Möglichkeiten zur Therapie richten sich nach den Pathomechanismen der Erkrankung. Typ-2-Diabetespatienten leiden häufig begleitend unter einem metabolischen Syndrom.       

Symptomatik

Der Typ-2-Diabetes verläuft oft lange Zeit beschwerdefrei, später kommt es zu Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Gewichtsverlust, schließlich auch Polyurie und Durst, sobald der Blutzuckerspiegel die Nierenschwelle (ca. 180 mg/dl) übersteigt. Im Verlauf muss man unter anderem mit Sehstörungen, vermehrten Harnwegsinfekten, verstärkter Eiweißausscheidung im Urin (Nephropathie) und Neuropathiezeichen (z.B. diabetischer Fuß) rechnen.

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Untersuchung

Der Nachweis des Typ-2-Diabetes basiert vor allem auf Bluttests (Nüchternglukosewert, HbA1c-Spiegels), bei Bedarf erfolgt ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT). Je nach Symptomen ist eine spezielle Diagnostik angezeigt, um Komplikationen und Folgeerkrankungen (z.B. Nephropathie, Neuropathie, Retinopathie) rechtzeitig zu erkennen. 

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Labor

Die Labordiagnostik des Typ-2-Diabetes wurde erheblich vereinfacht: Der Nüchternblutzucker gilt bei Werten ≥ 126 mg/dl als pathologisch, der HbA1c signalisiert bei Werten ≥ 6,5 % einen Diabetes. Umgekehrt ist bei HbA1c-Werten unter 5,7 % ein Diabetes ausgeschlossen. Im Graubereich zwischen 5,7 und 6,4 % wird ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) empfohlen, um die Stoffwechseldiagnose zu klären.

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Differenzialdiagnostik

Differenzialdiagnostisch kommen Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik infrage, also z.B. eine Infektanfälligkeit anderer Genese.  Wegen der häufigen Koinzidenz sollte bei der Manifestation einer KHK auch nach einem Diabetes gefahndet werden. Unter den verschiedenen Formen des Diabetes wird der initial nicht insulinpflichtige LADA (late autoimmune diabetes in adults) oft fälschlich als Typ-2-Diabetes eingestuft, auch andere spezifische Diabetestypen können mit dem Typ 2 verwechselt werden. 

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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Therapeutisch stehen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes Lebensstiländerungen (z.B. Diät, Bewegung) an erster Stelle. Wenn sich der HbA1c-Wert mit derartigen Maßnahmen nicht mehr im anvisierten Ziel-Korridor halten lässt, wird es Zeit für eine medikamentöse Therapie. Diese erfolgt meist primär oral, in alphabetischer Reihenfolge z.B. mit Biguaniden, DPP4-Hemmern, SGLT-2-Inhibitoren, Sulfonylharnstoffen, ggf. auch mit parenteral applizierbaren GLP1-Rezeptoragonisten. Bei Bedarf erhält der Patient eine ergänzende (oder alleinige) Insulinbehandlung.         

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Invasive und Interventionelle Therapie

Für Typ-2-Diabetespatienten mit therapieresistenter, schwerer Adipositas kommt eventuell eine bariatrische Operation, etwa die Anlage eines Schlauchmagens, infrage. Derartige Eingriffe können die Stoffwechselsituation deutlich bessern, erfordern aber eine dauerhafte Kontrolle (z.B. Vitamin-Mangel).

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Prävention

Die Primärprävention des Typ-2-Diabetes gelingt vielfach durch eine Änderung des Lebensstils, zumindest lässt sich der Manifestationszeitpunkt dadurch deutlich hinauszögern. Wenn bereits ein Diabetes besteht, versucht man durch eine entsprechende Therapie, Folgeschäden (z.B. kardiovaskuläre Erkarnkung, diabetischer Fuß, Nephropathie) zu vermeiden. Nach Möglichkeit werden Wirkstoffe bevorzugt, die kein oder nur ein geringes Hypoglykämie-Risiko bergen.

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Notfallmanagement

Der wichtigste Notfall bei Patienten mit Typ-2-Diabetes ist die schwere Hypoglykämie, die bis zum Schock fortschreiten kann. Prophylaktisch setzt man deshalb möglichst auf eine gute Schulung (Anwendungsfehler) und Medikamente mit geringerem Unterzucker-Risiko. Auch zu hohe Blutzuckerwerte können Diabetikern akut gefährlich werden. Bei einer schweren Hyperglykämie droht ein hyperosmolares Koma.

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