Erektile Dysfunktion kann auf künftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen

Autor: Michael Brendler

Mit erektiler Dysfunktion ist das kardiovaskuläre Risiko fast doppelt so hoch. © fotolia/sasun Bughdaryan

Die erektile Dysfunktion hat mit der koronaren Herzkrankheit und den kardiovaskulären Erkrankungen so einiges gemeinsam. Das lässt sich nutzen, um Gefahren für Männerherzen besser einzuschätzen.

Worin besteht die Verbindung zwischen einer erektilen Dysfunktion und dem Risiko des Mannes für kardiovaskuläre Erkrankungen? Um in dieser Frage mehr Klarheit zu schaffen, hat ein Wissenschaftlerteam um Dr. S. M. Iftekhar Uddin von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore das Schicksal von 1757 Männern im Alter zwischen 60 und 78 Jahren mit und ohne Erektionsstörungen verfolgt.

Sie ermittelten über fast vier Jahre die Zahl an Schlaganfällen, Herzinfarkten, Herzstillstand und ähnlichen Erkrankungen. Sie bezogen dabei Männer verschiedener Ethnien ein. Patienten mit erektiler Dysfunktion sind demnach nicht nur häufiger von eine Diabetes­erkrankung betroffen oder auf Beta-Blocker, Antihypertensiva, Antidepressiva oder Lipidsenker angewiesen. Den Ergebnissen zufolge liegt auch ihr Risiko für die koronare Herzkrankheit oder kardiovaskuläre Erkrankungen um den Faktor 2,5 bzw. 2,6 höher als bei Männern ohne Erektionsstörung.

Selbst wenn man potenziell verfälschende Einflussfaktoren wie eine Nikotinabhängigkeit heraus rechnet, bleibt das kardiovaskuläre Risiko 1,9-mal höher als bei Männern ohne Potenzprobleme. „Unsere Ergebnisse belegen erneut den unabhängigen Zusammenhang zwischen erektiler Dysfunktion und kardiovaskulären Erkrankungen.

Das könnte wichtige klinische Bedeutung für die Risikoeinschätzung bei Männern mittleren Alters haben“, schreiben die Autoren. Die Erkenntnisse dürften bei den betroffenen Patienten sogar eine agressivere Therapie rechtfertigen, so die Wissenschaftler abschließend.

Quelle: Uddin SMI et al. Circulation 2018; online first