Prostatakarzinom: Nach fokussierter Ultraschalltherapie bleiben die meisten Patienten rezidivfrei und kontinent

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Ist das Karzinom nicht metastasiert, hat der hochintensive Ultraschall gute Chancen. © fotolia/Kateryna_Kon

Viele Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakarzinom setzen ihre Hoffnungen in eine Lokaltherapie. Zu Recht – Prognose und Verträglichkeit können sich durchaus sehen lassen.

In der Therapie vieler Malignome ist die Lokaltherapie schon üblich. Beim nicht-metastasierten Prostatakarzinom dagegen ist sie noch wenig erprobt. Dass die Lokaltherapie mithilfe von hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) bei Prostatakarzinomen auch langfristig effektiv und gut verträglich ist, zeigte eine große prospektive Multicenterstudie. Teilnehmer waren Patienten in frühen Krankheitsstadien. Voraussetzung für die gezielte Gewebekoagulation mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall ist die exakte Lokalisation des Karzinoms. Dies gelingt z.B. mithilfe der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) und Mapping-Biopsien per transperinealem Zugang.

5-Jahres-Gesamtüberleben liegt bei 99 %

Einbezogen in die Untersuchung waren 625 Patienten überwiegend mit nicht-metastasiertem Mittel- oder Hochrisiko-Prostatakrebs. Sie hatten sich nach mpMRT und gezielter bzw. Mapping-Biopsie einer oder mehreren hochintensiven lokalen Ultraschall-Behandlungen unterzogen.

Den primären Studienendpunkt, das rezidivfreie Überleben, erreichten nach einem Jahr 99 % und nach fünf Jahren 88 % der Patienten. Die Raten für das metastasierungsfreie, das krebsspezifische und das Gesamtüberleben nach jeweils fünf Jahren lagen bei 98 %, 100 % und 99 %. Der peri- und postoperative Verlauf war insgesamt gut, 98 % der Männer waren vollständig kontinent, 2 % benötigten höchstens eine Vorlage pro Tag.

Quelle: Guillaumier S et al. Eur Urol 2018; online first